3 Jahre selbstständig als Fotograf, ein Traum, aber nicht ohne Hürden und auch nicht ganz einfach.

Es ist Mitte Mai 2018 mitten in der Nacht und ich sitze hellwach auf meiner Terrasse in Bali und blicke in die Nacht. Nun 3 Jahre und ein klein wenig mehr Zeit sind vergangen, seit dem ich mich dazu entschlossen habe, mein Geld als Fotograf zu verdienen. Nach der langen Zeit in meinem Burnout und der Zeit davor in der Unternehmensberatung war das doch ein sehr großer Schritt für mich, aber ich wollte nicht mehr dahin zurück, von wo ich gekommen war.

Im Februar 2015 hat mich ein Bekannter gefragt ob ich mal wieder ein paar Bilder für ihn machen könnte. Für ihn und sein kleines Unternehmen hatte ich das schon einmal getan, also gesagt getan. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich wie man eine Kamera ein und ausschaltet, aber viel mehr nicht wirklich. Aus einer Idee wurde ein Wunsch und aus diesem resultierte eine Vision. Ich werde es schaffen meinen Lebensunterhalt als Fotograf zu bestreiten, nicht mit einem Passbildstudio an der Ecke (das soll nicht verwerflich klingen, aber ich habe mich darin einfach nie gesehen), nein ich möchte viel mehr in der Werbe-, Architektur- und Portraitfotografie sowie mit der Kunst mein Geld verdienen. Geht das so einfach? Auch ohne Ausbildung und Studium? Viele haben daran gezweifelt, auch ich muss zugeben, dass zwischen drin schon Momente vorherrschten bei denen mir das Zweifeln kam. Aber wie Ihr sehen könnt, bin ich noch da und immer noch voller Tatendrang. 🙂

In den ersten Monaten musste das schnelle Geld verdient werden, also los geht es. Online Tutorials angeschaut, Fotobücher gekauft, versucht herauszufinden wie andere Fotografen die Kamera einsetzen, das Licht setzen und vor allem der Umgang mit den Protagonisten.  Mit Hochzeiten konnte ich mich die ersten Monate gut über Wasser halten. Hochzeiten waren aber nie Teil des Plans. Also weiter Geld verdienen und auf die anderen Bereiche hinarbeiten. 

Ich verbesserte meine Fertigkeiten und meine Fähigkeiten, so dass ich schnell zu meinen ersten B2B Aufträgen gelangt bin. Ich fing an auch einige freie Projekte zu verwirklichen. Die Hochzeiten wurden abgeschafft und ich beschäftigte mich nur noch mit dem B2B Geschäft. Es wurde ein Gerenne von einem Termin zum anderen, von einer Akquise zur nächsten Vorstellung, aber irgendwann kamen dann auch immer mehr Aufträge.

Durch einen Zufall bin ich auf den BFF (Berufsverband Freie Fotografen und Filmgestallter) aufmerksam geworden und dachte mir, WOW, da will ich auch irgendwann dazu gehören, so viele tolle Fotografen und was die alles machen. Also Kontakt gesucht und mir erstmal eine richtig saubere Abfuhr für meine Arbeit geholt. Aber unterkriegen lasse ich mich doch wohl nicht. Mein Ansporn war geweckt und ich arbeitete so lange an meiner Bildsprache und meinen Fähigkeiten, so dass im September 2016 meine Arbeiten dem Qualitätsstandard für die Aufnahme als Junior Mitglied entsprochen haben. Dieses Jahr steht übrigens meine Bewerbung zum Professional Mitglied an. Im BFF fand ich klasse Kollegen und einige davon wurden zu engen Freunden.

Im Jahre 2017 gewann ich dann auch schon meinen ersten internationalen Award in der Fine Art Fotografie. Aber wie ging es denn nun geschäftlich weiter? Eine teilweise sehr harte Zeit aber auch sehr lehrreich. Durch meine Vorkenntnisse als Unternehmensberater, wusste ich wie Unternehmen denken und handeln, konnte mich so in die Prozesse im Einkauf und der Beschaffung reindenken und konnte somit schnell gute Kontakte knüpfen. Aber da gab es noch ein kleines Problem: Nein, weder meine Bildsprache oder meine Qualität. Es gab noch andere Fotografen, aber wo kamen die denn her? Wer hätte denn mit Marktbegleitern gerechnet, vor allem mit so tollen und mit denen die schon so lange im Geschäft sind. 😉 Da hört man doch schon mal öfter von potentiellen Kunden, dass Sie schon gut versorgt sind. Was auch nicht abzustreiten ist. Leider wurden auch Zusagen mal nicht eingehalten oder Pitches verloren. Weiterhin kommt hinzu, dass ich nie als Assistent in der Fotografie gearbeitet habe, wodurch mein Name natürlich auch bei den Einkäufern, Kreativ- wie auch bei den Artdirectoren völlig unbekannt war, was mir das ganze auch nicht gerade vereinfacht hat.

Es sind viele administrative Dinge jeden Tag zu tun, viel Telefon, viele Emails und auch einige Mappentermine, dann kommt noch die Buchhaltung und die Vor- wie auch die Nachbereitung, auch die Postproduktion kommt dazu, aber das gehört dazu und ja auch diese Dinge machen Spaß. Es wird nicht jeden Tag fotografiert, aber darüber muss man sich auch im Klaren sein, wenn man selbstständig als Fotograf sein will. Es hat aber auch große Vorteile, man trifft immer wieder auf wunderbare Menschen und auch Kollegen (gerade aus dem BFF). Ich kann in kreativen Prozessen mitwirken und Kunden lassen mir in der Portraitfotografie komplett freie Hand, da Sie mich wegen meiner eigenen Bildsprache buchen. Weiterhin kann ich meine Zeit wunderbar einteilen und auch das Reisen klappt hervorragend, wie gesagt ich sitze gerade in Bali. Es ist wundervoll auf der Welt so tolle Menschen zu treffen, eine Kamera ist oft das Mittel um eine Kommunikation zu eröffnen und man wird in der Welt freudig empfangen.

Somit ist nur noch eins zu sagen: Weiter geht es und unterkriegen lasse ich mich nicht, auch wenn die Zeiten nicht immer rosig sind, am Ende des Tages geht bei jedem die Sonne unter, aber und das ist viel wichtiger, am nächsten Morgen geht sie immer wieder auf.

Ein großer Dank geht an all meine Kunden und Agenturen, die Ihr Vertrauen in mich gesetzt haben. Es ist mir eine große Freude mit jedem Einzelnen von euch.

Ich freue mich schon mit vielen neuen, aber auch mit meinen alten Kunden neue Projekte anzugehen und diese umzusetzen. Lasst uns gemeinsam bleibende und tolle Dinge produzieren.

Und falls jemand fragen würde: JA ich würde es jederzeit wieder tun und mich selbstständig machen!

Comments (2):

  1. Linn Schöllhorn

    15/05/2018 at 14:50

    Lieber Sascha,
    wir sind unglaublich froh, dass Du Dich selbständig gemacht hast. Dank Dir und Deiner unglaublich tollen Unterstützung haben wir fantastische Bilder unserer Arbeit im Mentoring, die wir ansonsten niemals realisieren hätten können. Wir danken Dir von Herzen dafür und freuen uns, dass es DICH gibt! Keep on shooting!!!!!

    Antworten
  2. Valeria

    15/05/2018 at 20:44

    Deine Leidenschaft hat uns solche tollen Bilder gebracht für unser Unternehmen!! Du machst Bilder mit dem Herz und nicht mit dem auge♥️. Wahnsinnig stolz auf dich und großes Danke ?

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